Polizeiproblem

Rassismus und Nazinetzwerke: Warum die sogenannten Sicherheitsbehörden nicht reformierbar sind

Sonderbeilage

My Reading Lists:

Create a new list



Download Options

Buy this book

October 22, 2025 | History

Polizeiproblem

Rassismus und Nazinetzwerke: Warum die sogenannten Sicherheitsbehörden nicht reformierbar sind

Sonderbeilage

Keine Woche vergeht, ohne dass neue rechte Vorfälle bei der Polizei ans Licht kommen. In den USA hat der Polizeimord an dem Schwarzen US-Amerikaner George Floyd im Sommer 2020 eine massive Protestwelle gegen die grassierende rssistische Polizeigewalt losgetreten. Auch in Deutschland häufen sich Polizeimorde und Meldungen über rechtsradikale Netzwerke in den Sicherheitsbehörden. Es ist inzwischen kaum mehr zu leugnen: Es gibt ein Polizeiproblem, auch hierzulande.

In der öffentlichen Debatte dominieren dazu zwei Positionen: zum einen diejenigen, die weiter vor Generalverdacht warnen und die in der Polizei eine Berufsgruppe wie jede andere sehen wollen, die nicht pauschal verurteilt werden dürfe. Die anderen sind jene, die auf jeden neuen Rechtsextremismus-Fall aus Polizeikreisen entsetzt reagieren – was verständlich ist, jedoch schnell an Grenzen gerät. Warum? Weil die Skandalisierung jedes neuen »Einzelfalls« allein zum Verständnis davon, weshalb die Polizei so anfällig für autoritäre Gesinnungen ist und worin eigentlich die Aufgabe dieser Institution besteht, noch nicht viel beizusteuern vermag. Zwar ist immer häufiger von einem »strukturellen Problem« bei der Polizei die Rede, doch was das eigentlich heißt, bleibt in der Regel vage. Eine präzise Vorstellung davon aber wäre die Voraussetzung dafür, sinnvolle und nachhaltige Alternativen zur real existierenden Polizei formulieren zu können.

Näher kommen wir einem realistischen Verständnis des Polizeiproblems, wenn wir die Polizei in Zusammenhang mit ihrer Rolle im Kapitalismus analysieren. Weshalb rassistische Polizeigewalt kein Fehlverhalten Einzelner ist, wieso Racial Profiling die Polizeiarbeit prägt, und warum die Polizei nicht wirklich reformierbar ist, untersucht dieses Sonderheft.

40 Seiten mit Beiträgen von Ayesha Khan, Bafta Sarbo, Daniel Loick, Vanessa Thompson, Stephan Kimmerle, Jan Ole Arps, Nelli Tügel, Robin Wonsley Worlobah und vielen anderen.

(Quelle: analyse & kritik)

Publish Date
Publisher
analyse & kritik
Pages
38

Buy this book

Book Details


Table of Contents

Warum sich die Polizei nicht ändern wird. Die Polizei wurde geschaffen, um die Arbeiterklasse und arme Menschen zu kontrollieren – nicht, um sie zu schützen. Von Sam Mitrani
Page 5
Polizei ohne Rassismus gibt es nicht. Polizeigewalt trifft auch in Deutschland nicht alle gleich, Schwarze und Braune Menschen müssen mit besonders harten Konsequenzen leben. Von Debora Darabi, Eleonora Roldán Mendívil, Lea Pilone und Narges Nassimi
Page 7
Kultur der Straflosigkeit. Die ­Kampagne Death in Custody recherchiert Todesfälle in Gewahrsamssituationen, berichten Nico Fochler und Katharina Schoenes. Von Paul Dziedzic
Page 9
»Wir können für uns selbst sorgen«. Robin Wonsley Worlobah über den Aufstand in Minneapolis, Pläne, die Polizei abzuschaffen, und die Mehrfachkrise in den USA. Von Stephan Kimmerle
Page 12
Tödliche Solidarität. US-Polizeigewerkschaften entstanden aus der Opposition zur Bürgerrechtsbewegung – ihre Existenz begünstigt nachweislich Polizeigewalt. Von Malte Meyer
Page 15
»Wir müssen uns aus dem polizei lichen Blick herausarbeiten«. Warum identifizieren sich so viele Menschen mit der Polizei? Das erklären Vanessa E. Thompson und Daniel Loick. Von Jan Ole Arps und Nelli Tügel
Page 17
Wie polizeiliches Racial Profiling Rassismus anheizt. Der Hanauer Terroranschlag war nur durch das Framing von Shishabars als gefährliche Orte möglich. Von Bafta Sarbo
Page 21
»Kontrolliert wurde nach dem Motto ›Mohammed sieht aus wie Ali‹«. Junge Frankfurter*innen berichten über Racial Profiling und ihre Erfahrungen mit Polizeikontrollen am Wochenende. Von Ayesha Khan
Page 23
Antifa, bitte übernehmen! Rechte Polizeinetzwerke, Drohbriefe, Naziterror: Warum die Antifa die NSU-2.0-Ermittlungen an sich ziehen muss. Von Jan Ole Arps
Page 25
Was macht uns wirklich sicher? Transformative Justice statt Polizei: eine Einführung in Community-basierte Konzepte von Sicherheit. Von Melanie Brazzell
Page 30
Ein kurzer Sommer polizeifreier Autonomie. Die Besetzung einiger Straßenzüge in Seattle war ein großartiger Versuch der Selbstermächtigung – obwohl er scheiterte. Von Stephan Kimmerle
Page 33
»Aktivist*innen haben sich eine Sprechposition zum Thema Polizeigewalt erkämpft«. Die ­Kulturwissenschaftlerin Julika Mücke über die Rolle von Diskursen in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen über Polizeigewalt und Rassismus. Von Lene Kempe
Page 36

Edition Notes

Published in
Hamburg, Germany

The Physical Object

Format
Paperback
Pagination
38p.
Number of pages
38

Edition Identifiers

Open Library
OL60512177M
Internet Archive
Polizeiproblem

Work Identifiers

Work ID
OL44272883W

Links outside Open Library

Community Reviews (0)

No community reviews have been submitted for this work.

Lists

Download catalog record: RDF / JSON / OPDS | Wikipedia citation