Mit seinem Bekenntnisbuch „Wir sind Gefangene“ gelang Oskar Maria Graf 1927 der literarische Durchbruch. Spontan haben ihm Schriftsteller wie Maxim Gorki, Thomas Mann und Hugo von Hofmannsthal ihre Bewunderung bekundet. Kraftvoll, schonungslos offen und mit entwaffnender Selbstironie schildert Graf seine Erlebnisse in den Jahren von 1905 bis zum Ausgang des Ersten Weltkrieges. Gleichsam ein bayerischer Simplicius flieht er aus der verhaßten dörflichen Backstube, stolpert durch die Wirren der Großstadt München, begegnet der Schwabinger Boheme und gerät in den anarchistischen Kreis um Erich Mühsam und Gustav Landauer. Nach ersten schriftstellerischen Versuchen vagabundiert er mit dem befreundeten Maler Georg Schrimpf durch die Schweiz. Im Ersten Weltkrieg nimmt er nach einer Befehlsverweigerung bewufit die Einweisung in eine Irrenanstalt auf sich, um nicht weiter töten zu müssen. Er engagiert sich während der Revolution 1918 und in der Münchner Räterepublik und fühlt sich denen zugehörig, die unterdrückt werden. „Ein zutiefst bewegendes Werk, in seiner Aufrichtigkeit nur noch mit Rousseaus ‚Confessions‘ vergleichbar“, urteilte Romain Rolland.
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