Click here to skip to this page's main content.

New Feature: You can now embed Open Library books on your website!   Learn More
Last edited by Clean Up Bot
March 31, 2017 | History

Kurd Kisshauer

1886 - November 1958

Kurd Kisshauer als Amateurastronom wurde von der Familie von Bülow beauftragt, einen Käufer für die 1914 geschlossene Sternwarte Bothkamp zu suchen, nachdem die Familie von dem 1919 abgeschlossenen Schenkungsvertrag mit der Sternwarte Kiel zurückgetreten war. Für das Deutsche Museum fertigte er Zeichnungen des Bothkamper Spektrographen an. Der Verkauf misslang und die Utensilien gingen nach 1930 in den Besitz des Museums Kiel über. Kisshauer wohnte zu jener Zeit in Berlin, Fennstraße 32.

In den 1920er Jahren arbeitete Kisshauer für das Planetarium Wolfersdorf und in den Zeiss-Werken in Jena. Er publizierte über das Jenaer Zeiss-Planetarium. In Jena korrespondierten er und seine Frau Margarethe mit Elisabeth Förster-Nietzsche.

Kisshauer war Mitglied der Deutschen Astronomischen Gesellschaft und schon während der Weimarer Republik für den Rundfunk tätig. 1926 gründete er als Direktor und wissenschaftlicher Leiter das Städtische Planetarium Dresden. Kisshauer verließ Dresden 1930. Das Planetarium musste wegen fehlender Besucher während der Weltwirtschaftskrise zwischenzeitlich geschlossen werden und wurde später als Veranstaltungsgebäude umgewidmet.

Kisshauer ging nach Berlin und wohnte zunächst in Steglitz, Arndtstraße 11, bzw. im Wedding, Goebelstraße 10. Zuletzt wohnte er in Charlottenburg, Jungfernheideweg.

In der Nazizeit war Kisshauer Referent im Propagandaministerium von Josef Goebbels und dann im Amt Rosenberg. Seine Sicht auf die Astrologie reflektierte die naziinternen Konflikte; er schrieb Bücher zum Thema und publizierte in Zeitungen, z. B. seine Sicht auf die Astrologie als "orientalisch und volksschädlich" im Zentralorgan des NS-Studentenbundes vom Mai 1938. 1941 war er nach der Heß-Affäre in Diskussionen involviert, die schließlich in der Absetzung von Karl Heinz Hederichs von der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des nationalsozialistischen Schrifttums mündeten, der der Astrologie wohlwollend gegenüberstand. Noch 1944 veranlasste Kisshauer die Besetzung von Lehrstühlen der Theoretischen Physik mit Gegnern von Einsteins Relativitätstheorie.

Nach dem Krieg hielt Kisshauer wieder Vorträge zur Astronomie, z. B. vor der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft und im SWF. Kisshauer war Mitglied der DEGESA - Deutsche Gesellschaft Schutz vor Aberglauben e.V.

Schriften und Vorträge

  • Das in Jena erbaute neue Planetarium. In: D. Uhrmacherkunst, Jg. 49, Nr. 40, Okt. 1924. S. 618 bis 620
  • Der Sternenhimmel in der Kuppel. Die Himmelswelt, Bände 35-36, 1925, S. 86
  • Das Planetarium als Kulturfaktor. Der Türmer, Dezember 1926
  • Artikel zur totalen Sonnenfinsternis am 29. Juni 1927. In: Urania, Band 3‎, Seite 364
  • Max Valier. Kölnische Volkszeitung und Handelsblatt , 1930-05-19
  • Vortrag vor dem Reichsausschuss für Hygienische Volksbelehrung: Krankheit und Horoskop
  • Ein Venusrätsel gelöst? ESS, 1934
  • Die Astrologie — eine Wissenschaft ?, Nationalsozialistische Monatshefte, Bd. 9, 1938, S. 344 bis 350; am 17. Mai 1938 zitiert in der «Völkische Beobachter»
  • wozu Astronomie? der Mars ("Lebendiges Wissen" von Heinz Friedrich, HR, 1954)
  • Künstliche Monde und ihre Bedeutung für die Wissenschaft (Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft, 11.11.1956)
  • Eine astronomische Betrachtung über den Adventsstern (FRA, 20.12.1953), Astronomische Betrachtung (FRA, August 1958), Als es noch kein Fernrohr gab (SWF II, 1958), Von der Sonnenuhr bis zur Quarzuhr (SWF II, Mai 1958)

Quellen

  • Gudrun Wolfschmidt: Astronomisches Mäzenatentum. BoD – Books on Demand, S. 76, 2009
  • Wilhelm Theodor H. Wulff: Tierkreis und Hakenkreuz: Als Astrologe an Himmlers Hof. Bertelsmann Sachbuchverlag, 1968, S. 105
  • Ellic Howe: Astrology and psychological warfare during World War II.‎, 1972
  • Joachim Friedrich Baumhauer: Johann Kruse und der "neuzeitliche Hexenwahn": zur Situation eines norddeutschen Aufklärers und einer Glaubensvorstellung im 20. Jahrhundert, untersucht anhand von Vorgängen in Dithmarschen. Band 14 von Studien zur Volkskunde und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins, Verlag K. Wachholtz, 1984
We need a photo of Kurd Kisshauer
Places

Lists

Links (outside Open Library)

Alternative names

History

Download catalog record: RDF / JSON
March 31, 2017 Edited by Clean Up Bot add VIAF and wikidata ID
May 8, 2014 Edited by Ghosttexter Siemensst. in address book Berlin refers to Siemensstadt, not Siemensstiftung (corrected also in Wikipedia)
January 5, 2011 Edited by Ghosttexter 1 Ergänzung, 1 Korrektur
September 25, 2010 Edited by Ghosttexter Edited without comment.
October 25, 2008 Created by ImportBot Initial record created, from University of Toronto MARC record.