Cover of: Zur Reorganisation der Theater-Verhältnisse | Julius Steiner

Zur Reorganisation der Theater-Verhältnisse

Published by E. Hampe in Bremen .
Written in German.

About the Edition

Der spätere Hoftheaterdirektor Julius Steiner (1816-1889) war mit seinem Wanderweg durch Deutschland - vom ersten Engagement bei einer Reisetruppe am Niederrhein bis zum Regisseur und Theaterdirektor in Lübeck - ein Zeitzeuge des Vormärz (Download Biographie: http://www.frank-praetorius.gmxhome.de/download/steiner-memoiren.pdf). Sein praxisnahes Buch „Zur Neuorganisation der Theater-Verhältnisse“ beruht auf diesen Erfahrungen, einschließlich seiner Freundschaft mit Eduard Devrient.

Steiner kennt die Theaterverhältnisse auf den drei Ebenen Hoftheater – Stadttheater – Wandertheater. Er schildert im Kapitel „Rückblick“ die Verhältnisse in der Provinz, wo nach seiner Schätzung 1847 etwa 4000 Schauspieler arbeitslos waren. An Stadt- und Wandertheatern herrschte wirtschaftlich eine Art gezielten „Banquerotts“, teilweise jährlich veranstaltet um die Gagen zu drücken und ohne Rücksicht auf die Qualität der Aufführungen. Diese litten außer an Hoftheatern unter einem erheblichen Mangel an Proben: oft „nur zwei vor den größten Ensemblestücken ... von einem tiefen Studium kann hier gar keine Rede sein“.

Anschaulich wird die Misere der Ensemblebildung dargestellt. Die im Vormärz aufschießenden Theater-Agenturen vermittelten meist ohne irgendwelche Qualitätskontrollen (Vorspiel etc.) nach rein ökonomischen Gesichtspunkten. Eine unabhängige Theaterkritik ist nach Steiner selten; oft beherrschen Klaqueure das Publikum. Heftig beklagt wird der in den 1840iger Jahren verbreitete Übersetzungseifer mit einem Überschwemmen durch „gigantischen Unsinn“ in Form von Boulevard-Stücken, was zum qualitativen und moralischen Verfall der Schauspielkunst führe.

Im 2. Teil „Zur Reform“ fordert Steiner detailliert die Einrichtung von „Theaterschulen“ (was letztlich erst unter Max Reinhard 1905 in Berlin gelang). Er plädiert zur Überwindung der Mißstände für eine „allgemeine Theater-Verwaltungsbehörde“, die etwa im Sinne eines heutigen Ministeriums über die Schauspieldirektoren Aufsicht führt. Seine Vorschläge reichen bis zur Einrichtung von Pensionsfonds.

Frank Praetorius (2009)

First Sentence

"Jeder andere Stand mag berechtigt sein, die jetzigen politischen Zeitwirren anzuklagen, welche seine Kraft erschüttert und ihn dem Ruin nahegeführt, wir dürfen uns nicht einmal hinter diesen Ereignissen verstecken, denn wir liegen schon seit zwei Jahrzehenden in schmerzlichen Banden. Die Zuneigung des großen Publikums hat sich in einem Grade von uns gewendet, daß wir fürchten müssen, die Schauspielkunst gänzlich zu Grabe zu tragen."

Edition Notes

Hinweise auf die Tätigkeit von Julius Steiner als Regisseur und Theaterdirektor vor und nach dem Erscheinen der „Theaterverhältnisse“:
1. Lübeck 1849-50: C. Stiehl (1902) Geschichte des Theaters zu Lübeck. S. 145-147 http://miami.uni-muenster.de/servlets/DSOViewerServlet?DocID=2347&DvID=2373
2. Schwerin 1855 – 1883 (Regie, ab 1863 Hoftheaterdirektor): Dr. Helene Tank (2007) Geschichte des Schweriner Hoftheaters 1855-1882.
http://portal.hsb.hs-wismar.de/pub/lbmv/mjb/jb088/348681992.html#FN62_5

Classifications

Library of Congress PN2641 S78 1849

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Pagination 58 p.
Number of pages 58

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